16.11.2015

Der getunte Arbeitsmarkt (Teil 1)

Unerwünschte Schieflagen auf dem Arbeitsmarkt ausgleichen - das Prinzip Arbeitszeit-Splitting.

Deutschland erlaubt das Handeln auf Swap-Märkten und verbietet das Handeln mit Drogen. Beides birgt Risiken für die Gesellschaft. Der Gesetzgeber kann Märkte eingrenzen, um solche Schieflagen zu vermieden.

Welche Schieflagen sollen bekämpft werden?

Zu den schutzbedürftigen Märkten gehört der Arbeitsmarkt. Dieser nimmt eine Sonderstellung unter den verschiedenen Markttypen ein. Menschen ohne Arbeit haben keine Einkünfte und geraten in eine soziale Schieflage.

Was ist das Besondere und worin liegen die Gefahren?

Freie Märkte balancieren Angebot und Nachfrage mit Hilfe des Preises ins Gleichgewicht. Das kann aber auch heißen: Verschwindet die Nachfrage, verschwindet das Angebot. Anders als auf den Güter-Märkten kann das Angebot der Arbeitskräfte nicht reduziert werden. Fehlen Arbeitsplätze, bestimmt dies die Anzahl der Arbeitslosen. Dieses permanente Ungleichgewicht auf dem Arbeitsmarkt hat jedoch weitreichendere Konsequenzen als auf den Güter-Märkten.

Gehen Arbeitsplätze verloren, gehen auch die Einkünfte für die Betroffenen verloren. Der Sozialstaat springt ein und zahlt soziale Leistungen. Der Staat finanziert diese Leistungen über Steuern und Abgaben.

Es gibt aber auch andere Effekte: Ohne Arbeit zu sein macht seelisch krank. Mehr als ein Drittel der Hartz-IV-Empfänger leidet darunter, so eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sowie der Universität Halle-Wittenberg aus 2013. Die Betroffenen fühlen sich ausgegrenzt und belasten die Krankenkassen. Manche wandern in die Kriminalität ab. Dies verursacht neben den Schäden auch Kosten der Kriminalitätsbekämpfung.

Bestimmte Gruppen trifft die Arbeitslosigkeit am stärksten: die Jungen nach der Ausbildung, die Alten über 50, unzureichend Ausgebildete, Arbeitsuchende mit ausländischen Wurzeln und die Frauen nach der Mutterzeit.

Deutschland versucht das Problem nach der Robin-Hood-Methode zu lösen: Wer Arbeit hat oder gewährt, zahlt Abgaben -- wer arbeitslos ist, bekommt Stütze.

Das wird als sozialer Fortschritt gefeiert. Diese Lösung hat aber gravierende Nachteile: Die einen mit Arbeit leisten mehr, um die anderen ohne Arbeit bezahlen zu können. Derzeit wird ein Arbeitsloser bzw. Sozialhilfeempfänger von 6 Arbeitnehmern „finanziert“. Der Staat hat für diese Umverteilung einen großen, kostenintensiven Apparat aufgebaut.

Das sollte Grund genug sein, bessere Lösungen zu finden. Ein Lösungsansatz ist es, die Arbeit anders zu verteilen – möglichst auf Alle.

Der zweite Teil folgt: http://nachrichten-oederan.dklh.de...hp?id=1895

Eingetragen von KKL