15.10.2015

Der Markt, die verkannte Errungenschaft (1)

Das Wirtschaften nach Marktregeln ist eine junge Erfindung und nur wenige verstehen, wie die Erfindung funktioniert.

Vor 7.000 Jahren begannen die Menschen mit Ackerbau und Viehhaltung. Mit den erwirtschafteten Überschüssen startete ein reger Warentausch. Mit der Erfindung des Geldes vor rund 2.500 Jahren wurde das Tauschen einfacher. Der Ort an dem der Tausch stattfindet, wird Markt genannt. In den Städten des Mittelalters entstanden vor 1.000 Jahren die Marktplätze für den regelmäßigen Warenhandel.

Erst die Demokratie ermöglicht den freien Zugang zu Märkten. Dort regelt der Preis den Tausch: Gibt es mehr Käufer, als Ware angeboten wird, steigt der Preis. Umgekehrt sinkt der Preis, wenn Ware auf zu wenige Käufer trifft. Die Ökonomen sprechen von der freien Marktwirtschaft – das Prinzip: der Preis reguliert den Ausgleich von Angebot und Nachfrage.

Dazu kommt: Der Handel auf Märkten erfolgt gewaltfrei und beide Seiten halten das Ergebnis für einen Erfolg - neudeutsch sprechen wir von einer „Win-Win-Situation“. Diese gewaltfreie Interaktion macht die Marktwirtschaft zu einer friedensstiftenden Erfindung der Menschen - eine herausragende Errungenschaft in der kriegsgeprägten Geschichte der Menschheit. Krieg tötet Menschen und zerstört Vermögen; Marktwirtschaft schafft Güter, Vermögen und zufriedene Menschen. Die Marktwirtschaft zivilisiert die Völker. Das wusste schon Karl Marx.

Gerademal vor 200 Jahren entstanden erste moderne demokratische Staaten, die den freien Zugang zu Märkten zuließen. Auf breiter Front durchgesetzt hat sich die Entwicklung in den westlichen Ländern nach dem zweiten Weltkrieg. Den Zusammenhang zwischen Demokratie, Marktwirtschaft und Wohlstand zeigt ein Blick in die Rangliste mit dem Bruttoinlandsprodukt pro Kopf. Die ersten 30 Plätze dominieren demokratische Staaten. Nur rohstoffreiche Ölstaaten ohne Demokratie schieben sich dazwischen.

Das einfache Prinzip des freien Marktes begegnet uns täglich. Für gefragte Wohnungen wird eine höhere Miete verlangt und zur Urlaubs- und zur Messezeit sind die Hotelzimmer teurer. Umgekehrt werden Autos mit hohen Rabatten verkauft, wenn sich wenige dafür interessieren. Was viele kaufen wollen, davon wird mehr produziert; was keiner haben will, verschwindet vom Markt. Das Prinzip steuert wie eine unsichtbare Hand das Geschehen auf den Märkten.

Der freie Markt hat Deutschland Wohlstand gebracht; er hat sich in fast allen Lebensbereichen durchgesetzt. Man sollte annehmen, der freie Markt ist ein Erfolgsmodell, das viele Anhänger hat und das jeder Bürger verinnerlicht hat.

Doch weit gefehlt. Die meisten verstehen das Prinzip nicht. So berichten die ARD jedes Jahr entrüstet in den Nachrichten, wenn zum Beginn der Sommerferien die Benzinpreise steigen. Nach der Einführung des Euro wurde häufig die preissteigernde Wirkung des Euro gemutmaßt – unverständlich für den, der das Prinzip der Preisbildung auf dem Markt verstanden hat.

Der zweite Teil folgt: http://nachrichten-oederan.dklh.de...hp?id=1891

Eingetragen von KKL