22.09.2015

Städte im Umbruch - Innenstädte veröden (2)

Gesicht und Milieu der Innenstädte wurden in den letzten Jahrzehnten stark umgekrempelt. Jetzt ist das lebendige Ambiente bedroht, das Stadtzentrum droht menschenleer zu werden. Das gilt für Klein- und Mittelstädte und auch für Stadtteile mit eigenem Zentrum.

Noch ist die Innenstadt der Mittelpunkt für die Bürger der Stadt und der Umgebung. Hier gruppieren sich rund ums Rathaus Ladenlokale von Händlern und Dienstleistern, Gaststätten und Herbergen, Schulen, kulturelle Angebote und Sehenswürdigkeiten. Hier herrscht Betriebsamkeit – Menschen in Bewegung, im Gespräch, in Aktion, auf Märkten, beim Einkauf oder auf Festen.

Neue Techniken verändern unsere Lebensweise
Darüber berichteten wir im ersten Teil:
http://nachrichten-oederan.dklh.de...hp?id=1888

Und wie wirkt sich das auf die Innenstädte aus?

Die Ladenlokale der Einzelhändler - Besuchermagnet und prägendes Bild der Innenstädte - stehen vor einer großen Wettbewerbsbedrohung. Durch den Internet-Kauf vom Sofa geht den stationären Händlern deutlich Umsatz verloren. In vielen kleinen Städten wird der Trend durch Bevölkerungsrückgang verstärkt.

Laut Studie des Instituts für Handelsforschung vom August 2015 verlieren die Händler der am stärksten betroffenen Städte jährlich bis zu 5%. Selbst die Metropolen verlieren an den Online-Handel, wenn auch nur geringfügig. Nach der Prognose stehen in den nächsten fünf Jahren rund 45.000 stationäre Geschäfte vor dem Aus.

Das führt zur Schließung von Geschäften in den Innenstädten und unübersehbar fallen leer stehende Ladenlokale ins Blickfeld. Dieser Trend wird sich beschleunigen, da der stationäre Händler nur begrenzt in seinen Öffnungszeiten erreichbar ist, sein Sortiment nicht transparent ist und seine Kosten höher ausfallen. Die Internet-Wettbewerber sind näher am Kunden als der stationäre Händler vor Ort. Die großen, finanzstarken Online-Händler werden standortunabhängig zu übermächtigen Wettbewerbern. Auch die stationären Handels-Ketten bauen als zweites Standbein Online-Angebote auf.

Dagegen kann der lokale Händler alleine wenig ausrichten. Nur kommunale Kooperationen können dem Entgegenwirken. Auf Stadtverantwortliche und lokale Händlerverbände kommen Aufgaben zu, für die sie kaum vorbereitet sind. Werden diese Herausforderungen nicht angenommen, verlieren Klein- und Mittelstädte schnell an Attraktivität und Einnahmen. Die lebendige Innenstadt wird zur Geisterstadt. Beispiele dafür sind heute schon zu besichtigen, am deutlichsten im Ostdeutschland, aber auch im Westen.

Eingetragen von KKL

Kommentare

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Caiya - 28.04.2017 - 09:16

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