23.04.2014

Die tapferen Schneiderleins für den kommenden Stadtrat

Den Freien Wählern ist jedes Mittel recht. Als Kandidat wird jetzt sogar ein Alt-Kommunisten aufgestellt. So kann man "frei" auch auslegen.

Zur Kommunalwahl am 25. Mai treten in Oederan fünf Parteien an:
- die FW Oederan mit 20 Kandidaten
- die CDU mit 19 Kandidaten
- die Linke mit 6 Kandidaten
- die SPD mit 2 Kandidaten
- die FW Frankenstein mit 4 Kandidaten.

Heute schauen wir uns die derzeit größte Fraktion im Stadtrat an - die Freie Wählergemeinschaft Oederan.

Sie hat Konkurrenz im eigenen Segment bekommen; es tritt auch die Freie Wählergemeinschaft Frankenstein an.

Die Wähler müssen nun rätseln, wer die Parteien-unabhängigste Truppe stellt: die Oederaner oder die Frankensteiner. Raten reicht auch, oder kennen Sie den Unterschied?

Die Oederaner Freien stellen derzeit 10 Räte im Stadtrat, einer davon ist der Bürgermeister, der nicht zur Wahl steht.
Zur Wahl treten 20 Kandidaten an - siehe Galerie. 7 davon sind bekannte Gesichter aus dem Stadtrat. Dazu kommt ein übergelaufenes Stadtratsgesicht - darüber später mehr.

Wer fehlt?
Zwei alte Parteisoldaten: Klaus Büttner und Andreas Petschke.

Klaus Büttner ist es wohl leid, sich mit seinem wichtigsten Mitstreiter zu duellieren. Er hat den Freien Wählern zur Stadtratsmehrheit verholfen und dem Bürgermeister auf den Amtssessel. Eine gemeinsame politische Willensbildung war jedoch nicht herzustellen.
Der Bürgermeister ist ein Eigenbrödler mit dem deutlichen Hang zum Tricksen. Er hat kein Konzept für die Stadt und läuft lieber mit den "Großen". Außer Büttner hat keiner gemerkt, wie das tapfere Schneiderlein mit seinen Streichen Unterlagen zur Stadtratssitzungen manipuliert hat und Beschlüsse bewußt falsch umgesetzt hat. Das kann schon mürbe machen.

Dazu passt auch der EDEKA-Mann auf der Kandidatenliste: David Benedix.

Der Kick der Liste ist jedoch der Überläufer: Bernd Klausnitzer - ein weiterer Streich vom tapferen Schneiderlein.

Der Schellig-Vertraute (besucht regelmäßig die Stanze) ist das Oederaner Chamäleon der Politik. Er verändert seine Parteifarbe nach Bedarf. Da er tapfer für den Untergang der Innenstadt an der Seite des Bürgermeisters gekämpft hat, hat er sicherlich gerne das Überläuferangebot angenommen?

Dazu passt seine politische Geschichte:

Vom Altkommunist hat sich Klausnitzer nach der Wende zum verdi-Mann entwickelt. Als zuletzt einziger SPD-Mann im Stadtrat hellte er sein Rot immer mehr auf. Schließlich hat er sein Herz für Discounter-Großkonzerne entdeckt und hat für das Aus der Innenstadt gekämpft. Was scheren einen SPD-Mann die sozialen Apekte einer Stadt.
Oder ist das noch der alte Reflex, auf die Großen da oben zu hören? Vielleicht wollte er auch nur seiner Freundin helfen?
Anderseits hat Bernd Klausnitzer vehement gegen den Verkauf des Richard-Hofmann-Stifts gekämpft gegen den Bürgermeister. So hätte er doch gut der Linken zu Gesicht gestanden und die alte Farbe verstärken können, die zur nächsten Wahl prominente Abgänge hat. Die Linke hatte wohl nicht den geeigneten Köder. Aber dort fehlte wohl auch die Nähe zu denen, die was zu sagen haben.

Alle Achtung, der Bürgermeister hat Bernd Klausnitzer Platz 5 auf der Kandidatenliste verschafft. Ein bühnenreifer Zaubertrick: Ein Roter unter Liberalen! Passt nicht so ganz, denkt man. Aber ein Getreuer mehr, der keine Widerworte gibt, ist wichtiger. Und so haben sicherlich alle getreuen Freien dem Geniestreich zugestimmt.
Merke: Ein Hütchenspieler will täuschen, nicht überzeugen.

Klaus Klein

 

Wir freuen uns auf jeden Beitrag, der etwas zum trickreichen politischen Geschehen in Oederan zu berichten hat oder der Geheimwissen über seine Protagonisten, die Stadtratshelden ausbreiten will.

Eingetragen von KKL

Bildergalerie

der Überläufer

Kommentare

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Felix Wagner - 11.05.2014 - 21:49

No names und Altkommunist bei den Freien Wählern

Mit den Freien Wählern in Oederan muss es ja richtig schlecht bestellt sein, wenn man sich ihre Kandidatenliste ansieht.
Viele no names, die weder in einem Verein noch sonstwo verwurzelt sind. Da ist mehr Masse statt Klasse.
Der Hit ist aber der Altkommunist Klausnitzer, der als ehemaliger SED-Funktionär und dann Statthalter der SPD von Oederan jetzt bei den Freien Wähler untergekrochen ist. Und die schämen sich nicht, ihn auf Platz 5 ihrer Liste zu setzen. Offensichtlich nimmt man jetzt jeden, wenn er nur ein paar Stimmen bringen kann.
Ist das schon Torschlusspanik ?
Büttner und Petschke sind halt schwer zu ersetzen.
Vielleicht erfährt man mal, warum die nicht mehr dabei sind.