28.06.2010

Entscheidung zum Spielplatz Stuhlfabrik - Danke an Stadträte

Der im Folgenden abgedruckte Brief von Birgit Bernard, Richard-Rentsch-Str. 15 aus Oederan erreichte die Web-Nachrichten per Post. Der Brief wurde am 14. Juni an die Stadt adressiert, von der Stadtverwaltung per Post an den Herausgeber der Web-Nachrichten geschickt und leider erst heute von uns geöffnet.

 

Danke an Stadträte für zukunftsorientierte Entscheidung zum Spielplatz Stuhlfabrik

Hiermit möchte ich mich bei den Stadträten ausdrücklich bedanken, dass sie in einer recht
aufgeheizt diskutierten Sache so ausgleichend entschieden haben.

Ich war regelrecht erleichtert, dass der Spielplatz nicht zurückgebaut und auch nicht eingezäunt wurde. Gerade die freie Gestaltung mitten in der Stadt ist doch das, was wir im normalen Miteinander brauchen. Die kleinen Änderungen lassen hoffentlich die Kritiker verstummen, damit eine gute Sache nicht solange diskutiert wird, bis sie schlecht ist (und die Presse ein "gefundenes Fressen" hat).

Wir sollten uns einmal klar machen, wie wir als Kinder gespielt haben: In jedem Hinterhof wurden da sehr laut Spiele wie Fanger, Rollschuhfahren und jede Art von Ballspielen gespielt. Da waren wir keine 3 Meter vom Haus entfernt. Wenn es doch einmal zu laut wurde (wir spielten wohlgemerkt unsere Bälle ja direkt an die Hauswand und waren immer 10 oder 15 Kinder), klärten das die Erwachsenen direkt und es war gut. Kein Mensch hätte daran gedacht, das von einer Stadtverwaltung oder dem Bürgermeister klären zu lassen oder gar Schallschutzmaßnahmen zu verlangen.

Da diese Dinge nicht zu nachtschlafener Zeit passierten, machte man das Fenster zu und das war's. Vielleicht hatten die Erwachsenen damals nicht so vie1 Freizeit wie wir heute, da wir schon nachmittags im Garten sitzen können und uns dazu Ruhe wünschen. Wenn wir uns aktive, sportliche und normale Kinder wünschen, müssen wir auch ein paar
eigene Befindlichkeiten zurückstecken. Das Schimpfen über die Jugend, die nur am Computer sitzt, keine Freunde trifft, unsportlich bis übergewichtig ist und ihre Kräfte zerstörerisch an Zäunen, Bäumen und Buswartehäuschen auslässt, reicht da sicherlich nicht
aus.

In einer pulsierenden Kleinstadt wie Oederan wird es immer Geräuschbelästigungen geben. Davon war und ist auch unsere Familie betroffen. Früher wohnten wir direkt an einem Spielplatz und einem Fußballplatz, jetzt gibt es Straßenverkehr, Gewerbe, Rasenmäher und
Kreissäge, die nicht immer mit unseren Ruhebedürfnissen ubereinstimmen. Ich denke, jeder
Oederaner kennt das. Toleranz und Gelassenheit, vielleicht auch etwas Humor helfen da uber manche Unannehmlichkeit hinweg.

Deshalb: Es war eine gute Entscheidung!

Birgit Bernard

 

Wir freuen uns über jede Zuschrift, die sich auf ein Oederaner Thema bezieht. Schneller funktioniert dies per Email. Dazu gibt es in der rechten Spalte die Funktion "Mail an Herausgeber".

Mit dem Thema beschäftigt sich auch unser Artikel vom 21. Juni: www.nachrichten-oederan.de/nachri...hp?id=1080

Klaus Klein
Herausgeber

Eingetragen von KKL

Kommentare

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Harald Heidenreich - 29.06.2010 - 18:14

Den Aussagen im Brief kann man sich nur anschließen. Es ist eigentlich traurig, das wir nur noch übereinander, aber nicht mehr miteinander reden können.
Kinder können schon mal etwas lauter sein, aber wenn man sie dann nicht unmittelbar darauf hinweist können sie auch kein Gefühl dafür entwickeln, ab wann der selbstverursachte Lärm störend ist. Ich kann mir schlecht vorstellen, das die gestörten Anwohner sich nicht selbst trauen KINDER einmal höflich darauf aufmerksam zu machen.